Impfung

Impfung Hund

Durch die Impfmaßnahmen der letzten Jahrzehnte haben viele Infektionskrankheiten an Bedeutung verloren und spielen eine viel geringere Rolle im klinischen Alltag. Leider gibt es sämtliche Erreger, meist ein Virus, aber immer noch, die Erkrankungen sind aber auf Grund der hohen Impfmoral deutlich zurückgegangen. Das Staupe - Virus beispielsweise kursiert nach wie vor in Wildtierpopulationen wie Dachs oder Marder, das Parvo - Virus (Erreger der Katzenseuche bzw Parvovirose) kann in der Außenwelt monatelang infektiös bleiben. Somit gilt für eine Impfung ganz allgemein, bei Mensch wie auch Tier: Je mehr Individuen einer Population gegen einen Erreger geimpft sind, umso weniger davon kursieren in der Außenwelt und umso geringer ist auch der Infektionsdruck für jedes einzelne Individuum. Somit trägt jeder geimpfte Hund zum Schutz der Gesamtpopulation in einem bestimmten Umfeld bei. Denn über eines muss man sich immer im Klaren sein: eine Impfung wird leider nie einen absoluten Schutz gewährleisten können.

Grundimmunisierung

Neugeborene sind, ein entsprechend geimpftes Muttertier vorausgesetzt, über die in der Muttermilch enthaltenen maternalen (=mütterlichen) Antikörper vor Infektionskrankheiten anfänglich geschützt. Dieser maternale Antikörperspiegel in der Muttermilch fällt im Laufe der ersten Wochen nach der Geburt ab, bis er schließlich so niedrig ist, dass kein Schutz mehr vor einer Feldinfektion besteht. Das Problem bei der Grundimmunisierung liegt also darin, dass man mit der ersten Impfung nicht zu früh beginnen darf (nicht vor 6 Wochen), weil die noch vorhandenen Antikörper in der Muttermilch das Antigen aus den Impfstoff neutralisieren und das Immunsystem deshalb keine eigenen Antikörper bilden kann. Andererseits darf man auch wieder nicht zu spät (erst nach der 8. Lebenswoche) impfen, weil Welpen, die zu diesem Zeitpunkt oft schon bei ihren neuen Besitzern sind, mit Erregern in Kontakt kommen können, gegen die sie keinen, oder keinen ausreichenden Schutz haben. Man spricht in diesem Zusammenhang oft von einer „immunologischen Lücke“, die man möglichst sicher überbrücken muss. Es hat in neueren klinischen Studien Fälle gegeben, bei denen maternale Antikörper bis weit nach der 12. Lebenswoche im Blut gemessen werden konnten. Eine zweimalige Impfung wie bisher in der 8. und 12. Lebenswoche wäre somit in so einem Fall völlig wirkungslos gewesen. Aus diesem Grund wird nach neuestem Stand der Wissenschaft folgendes Grundimmunisierungsschema empfohlen:

  1. Impfung frühestens mit der 8. Lebenswoche (außer bei hohem Infektionsdruck)
  2. Impfung mit der 12. Lebenswoche
  3. Impfung mit der 16. Lebenswoche
  4. Impfung mit ca. 15 – 16 Monaten (war früher die ganz normale Auffrischungsimpfung, ist aber die wichtigste Impfung überhaupt und wird somit noch zur Grundimmunisierung gezählt)

Jährliche Auffrischung

Gleich vorweg – die jährliche Impfung bleibt notwendig.
Normalerweise impfen wir unsere Hunde gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Hepatitis contagiosa canis, Tollwut und Zwingerhusten.

  • Zwingerhusten ist keine Muss-Impfung – wir haben diese aber in unserem Kombinationsserum dabei, was Sie nicht mehr kostet und einen gewissen Schutz gegen eine sehr langwierig zu behandelnde Erkrankung bietet.
  • Die Leptospirose bietet höchstens einen Schutz für 1 Jahr - noch besser wäre sogar die Impfung alle 6 – 8 Monate, aber einmal pro Jahr ist das Minimum!
  • Die Impfung gegen Tollwut hält sicher 3 Jahre an.
  • Für Staupe, Parvovirose und Hepatitis contagiosa canis bieten mittlerweile auch verschiedene Hersteller eine Haltbarkeit von 2- 3 Jahren an. In unserer Praxis verwenden wir einen Kombinationsimpfstoff der ebenfalls eine 3-jährige Haltbarkeit für diese Viruserkrankungen hat.

Wir möchten in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir als Tierärzte nicht in der Lage sind, ein für alle Hunde gültiges Impfschema zu empfehlen. Der eine tollt am liebsten mit vielen anderen Hunden in der Hundezone herum, ein anderer ist ständig auf der Jagd und der dritte, ein gemütlicher Dicker, dreht nur kleine Runden und lebt vorwiegend in der Wohnung. Anhand dieser Beispiele soll gezeigt werden, dass die Bedürfnisse unserer Hunde ganz unterschiedlich sein können und nur im jährlichen Impfgespräch gemeinsam mit dem Tierbesitzer entschieden werden kann, was eventuell noch für eine Impfung außer der Leptospirose und ggf. dem Zwingerhusten notwendig sein kann.