Impfung von Hund und Katze

So häufig wie nötig - so selten wie möglich.

 

Muss ich meinen Hund und meine Katze impfen?

Ja, denn Impfungen bleiben der effektivste Schutz gegen lebensgefährliche Infektionskrankheiten. Sowohl für uns Menschen als auch für unsere Haustiere gilt: Je mehr Individuen einer Population gegen eine Krankheit geimpft sind, desto weniger Krankheitserreger kursieren in der Außenwelt – und desto geringer ist das Infektionsrisiko für den Einzelnen. Somit trägt jedes geimpfte Tier zum Schutz aller Tiere in seinem Umfeld bei.

 

Zwar haben viele Krankheiten durch die hohe Impfmoral der vergangenen Jahrzehnte an Bedeutung verloren, aber alle gefährlichen Erreger existieren bis heute fort, kursieren in den Wildtierpopulationen und bleiben in der Außenwelt teilweise monatelang infektiös. Deshalb kann auch zukünftig nur eine breite Durchimpfung unserer Haustiere die Infektionskrankheiten eindämmen.

 

Ist eine Impfung gefährlich?

Nein. Zwar kann es – wie bei uns Menschen – in einzelnen Fällen zu lokalen Reaktionen der Haut wie Rötung, Erwärmung oder Schwellung kommen. Ebenso treten gelegentlich Müdigkeit oder auch ein vorübergehendes allergisches Anschwellen der Schnauze und gerötete Augen auf. Aber so gut wie nie kommt es durch Impfreaktionen zu einer ernsthaften Gefährdung des Tieres.

 

Die sehr seltenen Nebenwirkungen von Impfungen (betroffen ist eines von eintausend geimpften Tieren) stehen somit in keinem Verhältnis zu den Risiken einer Ansteckung mit einer häufig tödlich verlaufenden Infektionskrankheit. Auch für uns Tierärzte gilt: Vorbeugen ist besser als Heilen. Impfungen können hohe Behandlungskosten, schweres Leid oder gar den Verlust eines geliebten Haustieres verhindern. 

Gegen welche Krankheiten soll ich meinen Hund und meine Katze impfen?

Ihren Hund sollten Sie auf jeden Fall gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Hepatitis contagiosa canis (HCC) und Tollwut impfen. Außerdem ist eine Impfung gegen den Zwingerhusten möglich; sie kann mit den anderen kombiniert werden.

 

Ihre Katze sollten Sie auf jeden Fall gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche impfen. Das gilt auch für reine Wohnungskatzen. Bekommt Ihre Katze Freigang, empfehlen wir individuell noch ab der zwölften Lebenswoche eine Impfung gegen Tollwut sowie bei negativ getesteten Tieren gegen das Feline Leukämievirus.

 

Ist die Impfung gegen Tollwut immer noch wichtig?

Ja, denn die Tollwut ist auch für den Menschen eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten, die immer zum Tode führt. Zwar gilt Deutschland seit 2008 als frei von der klassischen Wildtollwut. Aber die Krankheit tritt bei Hunden und Katzen nach wie vor in vielen Staaten Osteuropas, in Russland, der Türkei und afrikanischen Ländern auf. Und in Westeuropa kursiert weiterhin die ebenfalls für Menschen und Haustiere gefährliche Fledermaustollwut. Deshalb sollte die Gefahr einer Ansteckung nicht unterschätzt und auf jeden Fall gegen Tollwut geimpft werden.

 

Wie häufig soll ich meinen Hund und meine Katze impfen?

Eine sorgfältige Grundimmunisierung ist für jeden Hund und jede Katze absolut unverzichtbar. Neugeborene sind, ein entsprechend geimpftes Muttertier vorausgesetzt, über die Antikörper in der Muttermilch vor Infektionskrankheiten zunächst geschützt. Der Antikörperspiegel in der Muttermilch fällt im Laufe der ersten Wochen nach der Geburt stetig ab – bis er schließlich so niedrig ist, dass kein Schutz mehr vor einer Infektion besteht. Dann muss das Jungtier geimpft werden.

 

Nach neuestem Stand der Wissenschaft wird folgendes Grundimmunisierungsschema empfohlen:

1. Impfung frühestens mit der 8. Lebenswoche (außer bei hohem Infektionsdruck)

2. Impfung mit der 12. Lebenswoche

3. Impfung mit der 16. Lebenswoche

4. Impfung mit ca. 15 – 16 Monaten (die wichtigste Impfung, um die Grundimmunisierung zu vollenden)

 

Die jährlichen Auffrischungsimpfungen bleiben notwendig gegen die Leptospirose und den Zwingerhusten. Dagegen ist nach erfolgreich abgeschossener Grundimmunisierung eine Auffrischung gegen die viralen Infektionskrankheiten nur noch alle drei Jahre erforderlich. Allerdings können wir nicht für alle Hunde ein einheitliches Impfschema empfehlen. Dafür lassen wir unseren Patienten eine regelmäßige Impferinnerung zukommen.

 

Beim jährlichen Impfgespräch bekommt Ihr Vierbeiner außerdem einen allgemeinen Gesundheitscheck. So können mögliche geriatrische oder stoffwechselbedingte Erkrankungen früher erkannt und rascher therapiert werden. Ohren- oder Bindehautentzündungen, Ekzeme, Zahnstein, beginnende Herzerkrankungen oder lästige Parasiten werden auch gleich mit behandelt. Darüber hinaus sollte eine Entwurmung mindestens halbjährlich, besser vierteljährlich durchgeführt werden. Die „Jahresimpfung“ ist also zugleich eine umfassende Vorsorgeuntersuchung.